Wie wir Instandhaltungschaos in operative Sicherheit verwandelten

Wie ein internationaler Gasnetzbetreiber seine reaktive Instandhaltung in eineproaktive Steuerung überführte – durch die Abstimmung des CMMS mit demtatsächlichen Anlagenbestand mittels Dokumentenvalidierung, SAP-Datenbereinigung und FMECA-basierter Instandhaltungsplanung.

Client:
Global Energy Company
Business Area:
Maintenance & Data Excellence (MDE)
Industry:
Oil & Gas
Location:
Denmark
Project details

Überblick

Vom Instandhaltungschaos zu einem zuverlässigen und planbaren Anlagenbetrieb

Unser Kunde istein international tätiger Betreiber von Offshore-Öl- und Gasanlagen in derNordsee. Das Unternehmen verantwortet komplexe Produktionsanlagen mit höchsten Anforderungen an Arbeitssicherheit, Anlagenverfügbarkeit und regulatorische Konformität. Der Betrieb umfasst zahlreiche Assets, weit verzweigteLieferketten sowie umfangreiche Technische Dokumentation und komplexeInstandhaltungsprozesse.

Die Ausgangssituation: Zu viele Stillstände, zu wenig Kontrolle

UngeplanteAnlagenstillstände, fehlende Ersatzteile und Instandhaltungsteams impermanenten Krisenmodus – für unseren Kunden war reaktive Instandhaltung längstzum Alltag geworden.

Die Folgen:

  • Kritische Systeme fielen ohne Vorwarnung aus.
  • Instandhaltungsmaßnahmen wurden zu spät oder gar nicht durchgeführt.
  • Entscheidungen basierten auf Zeitdruck statt auf belastbaren Daten.

Der Wunsch nacheiner modernen, vorausschauenden Instandhaltung war vorhanden – die notwendigeGrundlage jedoch nicht.

Das Ziel war eineStrategie mit Predictive Maintenance und proaktiver Instandhaltung. Inder Praxis waren Daten, Dokumentation und Instandhaltungsinformationen jedochauf verschiedene Projekte, Lieferanten und Tabellen verteilt.

Dadurch spiegeltedas CMMS die tatsächliche Offshore-Anlage nicht wider und wurde von denAnwendern zunehmend als unzuverlässig wahrgenommen.

Die Herausforderung: Ein System, dem niemand vertraute

Das größteHindernis war nicht fehlendes Fachwissen, sondern mangelnde Struktur.

Die vorhandeneInstandhaltungsdokumentation war unvollständig, schwer auffindbar oderentsprach nicht dem tatsächlichen Anlagenbestand. Die Anlagenhierarchien in SAPwaren fehlerhaft oder unvollständig, Ersatzteildaten waren unzuverlässig undwertvolles Erfahrungswissen wurde nicht systematisch in den Systemenabgebildet.

Ohne ein CMMS,das die tatsächliche Anlage korrekt widerspiegelt und Instandhaltungswissenstrukturiert integriert, lassen sich weder belastbare Wartungshistorienaufbauen noch Fehler systematisch analysieren oder Instandhaltungsmaßnahmenzuverlässig planen.

Die Folgen warenerheblich:

  • Ungeplante Stillstände und Produktionsverluste
  • Verzögerungen durch falsche oder fehlende Ersatzteile
  • Sinkendes Vertrauen der Instandhaltungsteams in das eigene CMMS
  • Eine reaktive Arbeitsweise, geprägt von Zeitdruck statt Kontrolle

Unser Ansatz

Unsere Aufgabebestand darin, eine vollständige Instandhaltungsumgebung für das Wasserinjektionssystem des Kunden aufzubauen – einschließlich Filtrationsanlagen, Pumpen und Gasturbinen.

Ziel war es, dieGrundlage für eine Instandhaltung auf Weltklasseniveau zu schaffen und denlangfristigen, zuverlässigen Betrieb der gesamten Anlage sicherzustellen.

Die Lösung

Schritt 1: Das Fundament schaffen

Zunächst prüften, digitalisierten und strukturierten wir die gesamte Technische Dokumentation.

Anschließendüberprüften wir die Unterlagen direkt offshore anhand der realen Installation.Fehlende Dokumente wurden ergänzt, Fehler korrigiert und sämtlicheInformationen an den tatsächlichen Anlagenbestand angepasst.

Damit entsprachdie Dokumentation erstmals vollständig der real installierten Anlage.

Schritt 2: Das CMMS mit der Realität synchronisieren 

Im nächsten Schritt bereinigten und strukturierten wir die technische Anlagenhierarchie in SAP, sodass sie die tatsächliche Offshore-Installation exakt widerspiegelte.

Dabei stelltenwir sicher, dass:

  • jede Anlagenkomponente eindeutig einem physischen Standort zugeordnet wurde,
  • sämtliche Stammdaten vollständig und standardisiert vorlagen,
  • Stücklisten (BoMs) den richtigen Anlagenkomponenten zugeordnet wurden.

Dadurch kann derKunde heute die richtigen Ersatzteile für die richtigen Anlagen bestellen,belastbare Wartungshistorien aufbauen und Fehler systematisch auswerten.

Das CMMSwurde von einer wenig genutzten Datenbank zu einem System, dem dieInstandhaltungsteams wieder vertrauen.

Schritt 3: Vonder korrektiven zur Vorbeugenden Instandhaltung

Mithilfe der FMECA-/RCM-Methodik analysierten unsere Ingenieure systematisch sämtlichemöglichen Ausfallarten sowie deren Auswirkungen auf Sicherheit, Produktion,Umwelt und Kosten.

Gemeinsam mit denFachspezialisten unseres Kunden definierten wir:

  • welche Anlagen instand gehalten werden müssen,
  • wann Maßnahmen erforderlich sind,
  • wer diese ausführt,
  • wie sie durchgeführt werden,
  • welche Ersatzteile und Werkzeuge benötigt werden.

DieseErkenntnisse wurden anschließend in strukturierte Pläne für die VorbeugendeInstandhaltung überführt und direkt in SAP integriert.

ReaktiveProblemlösungen wurden dadurch durch ein risikobasiertes, planbaresInstandhaltungskonzept ersetzt.

Schritt 4: Die richtigen Ersatzteile zur richtigen Zeit

Abschließendführten wir eine risikobasierte Ersatzteilanalyse durch.

Anstelle von Sicherheitsbeständen oder Schätzungen verfügt unser Kunde heute über einebelastbare Entscheidungsgrundlage:

  • Welche Ersatzteile sind kritisch?
  • Welche Teile müssen permanent verfügbar sein?
  • Welche Komponenten können bedarfsgerecht beschafft werden?

Das Ergebnis: Mehr Kontrolle, mehr Vertrauen, höhere Anlagenverfügbarkeit

Geschaffener Mehrwert 

  • Ein CMMS, das den tatsächlichen Anlagenbestand exakt abbildet
  • Vorbeugende Instandhaltung und Predictive Maintenance ersetzen reaktives Eingreifen
  • Deutlich geringerer Aufwand bei der Suche nach Dokumentation
  • Weniger Fehlbestellungen von Ersatzteilen und dadurch niedrigere Kosten
  • Weniger ungeplante Stillstände und Produktionsverluste
  • Instandhaltungsteams, die dem System vertrauen und es aktiv nutzen

Vor allem aberverfügt die Organisation heute über die Datenqualität und Struktur, dienotwendig sind, um ihre Instandhaltung kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Unser Kundebesitzt nun eine belastbare Grundlage für langfristig leistungsfähige Instandhaltungsprozesse.

Was unsunterscheidet

Menschenvertrauen Systemen, die sie selbst mitgestalten

EinInstandhaltungssystem schafft nur dann echten Mehrwert, wenn die Menschen, dietäglich damit arbeiten, ihm vertrauen.

Deshalb standendie späteren Anwender während des gesamten Projekts im Mittelpunkt.

Bediener,Techniker, Ingenieure und Führungskräfte wurden aktiv eingebunden. In Workshopserfassten wir das Erfahrungswissen langjähriger Mitarbeiter und integriertendieses systematisch in die Technische Dokumentation, Instandhaltungspläne und das CMMS.

Wenn Anwenderihre eigene Erfahrung im System wiederfinden, entsteht Akzeptanz. Und wennDokumentation, CMMS und tatsächliche Anlage übereinstimmen, wächst dasVertrauen ganz automatisch.

Warum Daten und Systeme entscheidend sind

Ein zuverlässigerAnlagenbetrieb basiert auf zuverlässigen Daten.

Sind Technische Dokumentation, Anlagenstruktur, Instandhaltungspläne und CMMS konsistent aufeinander abgestimmt, wird Instandhaltung planbar statt reaktiv.

Durch diestrukturierte Aufbereitung technischer Daten und deren Integration in Ihr CMMS schaffen wir die Grundlage für bessere Planung, weniger Fehler, schnellere Entscheidungen und Instandhaltungsteams, die ihrem System vertrauen.

Das Ergebnis sindhochwertige Daten, leistungsfähige Systeme und ein Anlagenbetrieb, der die Anlagenverfügbarkeit nachhaltig verbessert, statt permanent auf Störungenreagieren zu müssen.

Sorgen wir dafür, dass Ihre Anlagen heute schon für morgen Ertrag bringen.

Asset maintenance